Astronomie … Das ist doch nichts für Blinde, oder?
Auf die Einladung unseres Stammhörers Niels Luithardt, er studiert Mathematik und Physik an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, besuchten wir am Samstag, 27. Februar 2010 die Veranstaltung mit dem Titel “Astronomie zum Anfassen und Hören” im Planetarium der Erlebnis-Sternwarte Erkrath-Hochdahl. Sternwarte Neanderhöhe e. V. – Erlebnis Planetarium
Der Begrüßung der Teilnehmer durch Herrn Rolf Herfs (BSVN-Jugend) und Herrn Niels Luithardt (ANDERSICHT E.V. www.andersicht.net) folgte der Vortrag von Herrn Professor Dr. Wolfgang J. Duschl (Christian-Albrechts-Universität zu Kiel) über das Thema “Astronomie zum Anfassen und Hören”. Seine Ausführungen und Erklärungen waren auch für den Astronomie-Laien allgemein verständlich gefasst und fesselten das Publikum.
Wesentlicher Bestandteil dieses Vortrags war die Erläuterung von Werten wie Schwingungen, Helligkeit und Entfernungen im astronomischen Sinne und deren Darstellungsweise in Schrift, Grafik und Bildtechnik – also alles, was der Blinde nicht “sehen” und deshalb nicht erfahren kann – andererseits um die Möglichkeit der Darstellung derselben Werte und Sachverhalte mit taktilen und akustischen Mitteln. welche dem Blinden und nicht nur dem blinden Menschen offen stehen.
Ein Beispiel möchten wir hier kurz anschneiden. Herr Professor Dr. Wolfgang J. Duschl erklärte in diesem Zusammenhang, dass es einem Stern letztendlich nicht ansehen ist, wie hell er tatsächlich ist. Der Umkehrschluss, wie weit weg dieser Stern, auf Grund dieser scheinbar wahrgenommener Helligkeit ist, führt demnach zu einem falschen Ergebnis.
Zunächst ist zu unterscheiden die scheinbare und tatsächliche Helligkeit und Größe eines Sterns, welche der Betrachter wahrnimmt. Der Unkundige vermutet so beispielsweise die drei Mittelsterne im Gürtel des Sternbildes Orion in gleicher Entfernung zur Erde. Dies deshalb, weil diese drei Sterne scheinbar gleich hell und gleich groß erscheinen.
Hier irrt das menschliche Auge. Wie man (heute) weiß, ist in Wirklichkeit der Mittelstern fast doppelt so weit von der Erde entfernt als seine beiden „Nachbarn“.
Diesen Sachverhalt haben die Initiatoren dieser Veranstaltung mit einem dreidimensionalen Modell tastbar dargestellt. Maßstabgetreu ist das Sternbild des Orion aufgezeichnet und über den Punkten der Sterne sind Stäbe in unterschiedlicher Länge und Dicke angebracht. Die zweidimensionale Lage der Punkte gibt das Sternbild an, die Länge der „Sternenstäbe“ entspricht der Entfernung zur Erde und die Dicke zeigt die tatsächliche Helligkeit des jeweiligen Sterns an. Mehr Informationen zu diesem Vortrag findest Du hier auf der HP von ANDERSCHT e.V.
Im Anschluss wurde der Film „Augen im All – Vorstoß ins unsichtbare Universum“ in Audiodeskription gezeigt. Besonderer Effekt für Sehende war, dass dieser Film in die Rundkuppel des Planetariums projektziert, ein beeindruckendes 3D-Erlebnis war.
Bereits vor der Veranstaltung hatten die Besucher die Möglichkeit, im Foyer des Planetariums die dort ausgestellten Modelle von Satelliten, einen taktilen Globus, die oben beschriebenen Tast/Schautafeln und Schriften in Brailleschrift zu erkunden. Niels Luithardt und Rolf Herfs standen den Besuchern Rede und Antwort. Desweiteren waren einige Helfer vor Ort, die den zahlreich erschienen Besuchern zur Seite standen.
Für uns war es ein sehr schöner Tag mit interessanten Erkenntnissen und Informationen. Wir konnten bei dieser Gelegenheit wieder einmal einige unserer Stammhörer live und in Farbe erleben.
Mit besonderem Dank an Hank und seine Eltern,
Moni & DOC
Tags: ANDERSICHT E.V, Astronomie zum Anfassen und Hören, Augen im All, BSVN-Jugend, Erlebnis-Sternwarte Erkrath-Hochdahl, Niels Luithardt, Orion, Prof. Wilhelm J. Duschl, Rolf Herfs
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Von Familie Luithardt haben wir weitere Bilder von der Planetariumsshow erhalten, die wir für alle Interessierten in den Artikel mit eingebunden haben.
Es war eine tolle Veranstaltung!
Liebe Grüße,
Moni